Veilchen2.0

Normale Version: Die Entdeckung der Langsamkeit (Sten Nadolny)
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Es ist ein wundervolles Buch über die Vorzüge der Langsamkeit oder darüber, dass es auch mit einer kleinen Behinderung möglich ist, große Dinge zu tun. Das geht natürlich nur, wenn das Umfeld, wie in diesem Fall, etwas Geduld aufbringt.

Nach heutigen Erkenntnissen leidet der Protagonist John Franklin an einer motorischen Störung. Er ist generell verlangsamt, kann aber alles, was andere können, nur weniger schnell Wenn ihn die Mitmenschen seine Sätze in seinem eigenen Tempo formulieren lassen, kann er sich sehr gut ausdrücken und hat auch viel zu sagen, denn er denkt lange nach, bevor er spricht oder handelt.

Wie John Franklin sich nach und nach mit Beharrlichkeit, Beobachtungsgabe und unendlicher Geduld einen Platz in der (männlichen) Gesellschaft erobert, davon handelt diese Geschichte. Sten Nadolny (der gerade 70 wurde), erzählt in einer sehr schönen, ruhigen Sprache, die gefangen nimmt.

Dieses Buch wurde lange vor dem Buch „Die Vermessung der Welt“ geschrieben und fand viele Leser. Nachdem „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann aber so ein großer Erfolg war, geriet das Buch von Nadolny etwas in Vergessenheit, sehr zu Unrecht. Denn es handelt von einem Entdecker, genau wie in dem Buch über Gauß. Man kann sehr viel erfahren in diesem Buch, obwohl es ein unterhaltsamer Roman ist. So ganz nebenbei lernt man Details über die Seefahrt, über Menschlichkeit, Geduld, die Überwindung einer Behinderung.

Ich würde es am liebsten allen Jugendlichen von 10-25 empfehlen, da es ein Mutmachbuch ist in Sachen Selbstfindung. Für Erwachsene ist es gute, spannende Unterhaltung mit Tiefgang.

Begeistert, immer noch und wieder.

Rezensiert durch Eleonore Zorn

Sten Nadolny: Die Entdeckung der Langsamkeit
Piper Verlag, 47. Auflage, 2012
Taschenbuch, 384 Seiten, 11,00€
ISBN 978-3492207003
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