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In meinem Himmel (Alice Sebold)
05.10.2017, 09:10
Beitrag: #1
In meinem Himmel (Alice Sebold)
Susie war vierzehn, als sie am 6. Dezember 1973 ermordet wurde. Wie soll so eine junge Seele mit diesem Trauma fertig werden? „In meinem Himmel“ von Alice Sebold erzählt von Susies weiterer Entwicklung nach ihrem Tod, aber auch von dem, was auf der Erde geschieht: Die Spurensuche der Polizei, wie Vater, Mutter, Schwester Lindsay und Bruder Buck mit dem Verlust umgehen und der Vater versucht, den Täter zu finden und zu bestrafen. Wie anders man die Welt und die Menschen sieht, wenn man tot ist! Susie kennt nun die Gedanken und Wünsche aller Menschen, kann ihre Vergangenheit sehen und sie verstehen. Sie erlebt den inneren Kampf des Serienkillers – Mister Harvey – mit, der ihr Nachbar war. Sie fühlt sich Ruth und Raj nahe, ihren ehemaligen Klassenkameraden. Zunächst versucht Susie, die Lebenden auf den Täter hinzuweisen, damit er geschnappt wird, doch es gelingt ihr nicht, Kontakt aufzunehmen. Alles was die anderen von ihr sehen sind Reflektionen in Fensterscheiben. Ein einziges Mal gelingt es ihr, auf die Erde zurückzukehren, in einen Körper, den sie sich borgt. Dabei erlebt sie überrascht „die Hilflosigkeit, lebendig zu sein“. Und zuletzt kommt es so weit wie es kommen muss: „Wenn die Toten mit den Lebenden fertig sind, können die Lebenden zu anderen Dingen übergehen.“ Susie lernt loszulassen. Der Täter wird nicht verhaftet, ihre Familie lebt ohne sie weiter, Raj liebt nun eine andere, die letzten Spuren ihrer Leiche werden auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Stattdessen tanzt sie mit ihrem Großvater im Himmel und wendet sich der Ewigkeit zu. Obwohl sie ständig präsent war bei den Lebenden und alles mitverfolgte, sind die Lebenden schon seit Jahren ihre eigenen, neuen Wege gegangen. Dass Susie sie verlässt, bemerken sie gar nicht, es ist nur wie ein Windhauch. Dies ist ein sehr poetisches Buch über den Tod, über schwere Verletzungen, Unrecht und Glück.
Ach ja, und die Mütze… Eine der wenigen Spuren, die man von Susie findet, ist die Mütze, die ihre Mutter für sie gestrickt hatte, mit peinlichen Glöckchen dran. Während der Tat steckte der Mörder Susie die Mütze in den Mund, weil ihn ihr Bitten und Flehen nervte. Danach waren die einzigen Geräusche, die Susie noch von sich geben konnte, ein leises Bimmeln. Diese von ihrem Speichel durchtränkte Mütze wird später als eines der wenigen Beweismittel gefunden und als Hinweis darauf, dass ein Verbrechen stattgefunden hat. Als der Polizist mit der Mütze in der Hand vor ihrer Haustür steht, bricht Susies Mutter zusammen. Lindsay besitzt auch so eine Mütze, trägt sie danach aber nie wieder. Nur durch Zufall lebt Lindsay und Susie starb. Es hätte auch umgekehrt kommen können.
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