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Der Rosie-Effekt (Graeme Simsion)
03.04.2018, 15:18
Beitrag: #1
Der Rosie-Effekt (Graeme Simsion)
Zum Glück hatte ich den Folgeband „Der Rosie-Effekt“ auch hier. So konnte es nahtlos mit dem zweiten Band weitergehen… Allerdings machte der deutlich weniger Spaß. So viele Probleme! Rosie wird mehr oder weniger ungeplant schwanger und alle Leichtigkeit ist dahin.
Dabei fing es eigentlich ganz gut an. Rosie und Don sind nach New York gezogen, wo er an der Universität als Gastprofessor arbeitet und Rosie ihre Doktorarbeit fertig schreiben will. Der gute alte Gene, den seine Frau rausgeworfen hat, kommt noch als WG-Genosse dazu, und arbeitet an derselben Uni. Unter der Auflage, dass er sich von den Doktorandinnen fernhält. Stattdessen baggert er die Sekretärin an. Außer Gene haben Rosie und Don zum Glück noch einige andere Freunde, z.B. die Esslers, die sie bereits vorher in New York besucht hatten, um ihnen Genproben zu stehlen, und Dave aus der Kneipe. Dieser wiederum macht Don mit George bekannt, dem Rockstar.
Don Tillman ist anders als andere Menschen und fällt damit immer wieder negativ auf. Vor allem am Flughafen. Aber nicht nur dort. Unter anderem mag ihn der Vermieter nicht mehr. Gar nicht. Aber zum Glück kann George ihm und Rosie seinen „Bierkeller“, eine wunderschöne Dreizimmerwohnung mit Biergeruch, als Wohnung überlassen. Auch seinen Nebenjob als Barkeeper verliert Don schnell wieder.
Ganz unglückliche Folgen hat sein Zusammenstoß mit der Sozialarbeiterin Lydia beim Abendessen mit den Esslers, wo er ein Blauflossenthunfischsteak bestellen will. Das ist ökologisch nicht korrekt und überhaupt ist Don total unsensibel. Das streitet er ja gar nicht ab. Nur leider stellt Lydia nun auch in Frage, dass er ein guter Partner sein kann, insbesondere nachdem er sich auf einem Kinderspielplatz verdächtig gemacht hat. Dabei waren das nur Recherchen für sein Vaterprojekt. Rosie ist doch schwanger und da will er sie so gut es geht unterstützen! Lydia nimmt Don nun in Ausübung ihres Berufes als Sozialarbeiterin in die Zange, und er zweifelt mehr und mehr an sich. Er versucht, seine emotionalen Defizite auszugleichen, indem er sich einarbeitet in Themen wie „Ernährung während der Schwangerschaft“, was dazu führt, dass Rosie sich bevormundet fühlt. Er übt sich – zunächst an einem Kalb – in Geburtshilfe. Er nimmt an einem Forschungsprojekt über Babies teil, um sich fortzubilden. Doch all dies scheint nicht genug zu sein. Niemals wird er gut genug sein!
Rosie sieht das auch so und trennt sich von ihm. Sie will nach Australien zurück. Das Flugticket ist gebucht und kann nicht zurückgegeben werden. Don kauft sich auch ein Ticket, lässt sich den Platz neben Rosie geben und versucht sie zum Bleiben zu überreden. Vergeblich. Doch aussteigen darf er nun auch nicht mehr. Er verhält sich allerdings derart verdächtig, dass sich die Flugsicherheit mit ihm befasst und das Flugzeug umkehren muss. Rosie bleibt noch eine allerletzte Nacht in New York und fliegt dann eben morgen. Allerdings findet sie dann Hinweise darauf, wie intensiv sich Don mit der Entwicklung des Embryos beschäftigt hat. Und dann wird beim Institutsball ein Video gezeigt, wie Don im Forschungsprojekt mit einem Baby spielt. Das rührt Rosie und zerstreut ihre Vorwürfe. Sie hatte gar nicht mitbekommen, wie sehr Don auf seine rationale Art an ihrer Schwangerschaft Anteil genommen hatte. Seine Distanziertheit entstand nur daraus, dass sie ihm immer wieder sagte, er solle sie in Ruhe lassen, was er dann auch tat.
Dass Rosie und Don gut zusammenpassen, wird durch diese Geschichte noch klarer. Besonders Rosies Kosten-Nutzen-Rechnung, die ihre Trennung von Don motivieren soll, ist doch eigentlich recht donmäßig. Nur leider hat sie sich dabei verrechnet! Die Formel stimmt nicht! Auch dass sie sich vor Don verkroch, zeigt, dass sie seinen emotionalen Abstand wollte und sogar einforderte. Don mag ja nicht die richtige „emotionale Konfiguration eines Vaters“ haben, aber er gibt sich Mühe. Er hilft gerne anderen. Und ihm wird klar, dass gar nicht die Beziehung zum Baby ihn verwirrt, sondern die neu hinzukommende Komplexität der Dreierbeziehung Don-Rosie-Baby. Am Ende finden sie auf ihre typisch nerdige Art einen Namen für den Sohn: Hudson. Ob HUD nun als Akronym für „humanes unfertiges design“ steht oder doch für etwas Schöneres, das muss dann nicht mehr geklärt werden. Happy End!
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