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Wolke 7 ist auch nur Nebel – Moyas Liebesexperiment (Mara Andeck)
07.07.2018, 15:35 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.07.2018 15:36 von Veilchen.)
Beitrag: #1
Wolke 7 ist auch nur Nebel – Moyas Liebesexperiment (Mara Andeck)
„Wolke 7 ist auch nur Nebel – Moyas Liebesexperiment“ von Mara Andeck behandelt Fragen wie: Was ist Liebe? Wie entsteht sie? Lässt sich dieses Gefühl steuern oder vorhersagen? Dies untersucht ein mehr oder weniger wissenschaftliches Experiment. Drei Forscher treten gegeneinander an: Dr. Body, Dr. Soul und Dr. Love.
a) Laut Dr. Body geht es einfach um Sex, Attraktivität, Hormone, körperliche Nähe und schon meldet sich die Paarungsbereitschaft ganz von selbst. Menschen passen aufgrund ihrer genetischen Kompatibilität zueinander. Dies lässt sich messen und vorhersagen anhand der Blutgruppe, weiterer körperlicher Eigenschaften und daran, dass jemand den Schweiß des anderen gerne riecht.
b) Laut Dr. Soul führen emotionale und persönliche Übereinstimmungen dazu, dass man einander mag und Harmonie entsteht: eine ähnliche Herkunft, ähnliche Erfahrungen, ähnliche Einstellungen zum Leben. Dies lässt sich anhand biographischer Merkmale und eines Fragebogens herausfinden. 36 magische Fragen führen dazu, dass Menschen einander persönlich näherkommen und sich zwangsläufig verlieben.
c) Laut Dr. Love bringen gemeinsame emotionale Erlebnisse wie eine Achterbahnfahrt einander näher, körperliche Nähe und eine Prise Kuschelhormone, und schon ist die Liebe da.
Moya glaubt gar nicht an die Liebe. Die Liebe ist für sie eine Sage wie der Yeti, ein schrecklicher PR-Gag. Eigentlich hat die Liebe ein Definitionsproblem. Meist handelt es sich einfach nur um Sex. Oder um eine Illusion.
Luke, der Kameramann des Forschungsinstituts, sieht es so: Liebe ist eine Entscheidung. Niemand ist perfekt und keine Beziehung ist perfekt. Aber irgendwann beschließt man einfach, dass man es mit genau diesem Menschen durchzieht. Seine Freundin macht es ihm jedoch sehr schwer. Sie gestaltet sein Leben um und weckt absichtlich immer wieder seine Eifersucht.
Nur wegen des Teilnehmerhonorars nimmt Moya an dieser Studie teil, denn die Liebe interessierte sie noch nie. Nun ist Moya schon seit Wochen in dieses Liebesexperiment eingespannt und beschäftigt sich darum zwangsläufig mit der Partnerschaften. Sie fühlt sich schließlich weichgekocht und bereit, sich doch noch zu verlieben. Doch es sind nicht die drei männlichen Kandidaten, die die Forscher anhand von wissenschaftlichen Passkriterien für sie ausgewählt haben. Denn was nutzt die intellektuelle Übereinstimmung mit Maximilian, die Sympathie für Ole oder die erotische Anziehung von Jaro? Müsste der Traummann nicht alle drei bieten?
Was keiner außer dem Leser vorausgesehen hat, passiert: Moya verliebt sich ausgerechnet in Luke, den Kameramann, der gar nicht zur Auswahl stand. Mit ihm kann Moya tiefsinnige Gespräche führen, er beantwortet ihre 36 Fragen, unterstützt sie, indem er ihr den Sinn des Experiments offenbart und ihr konspirativ sein Handy leiht. Als es dann auch noch erotisch knistert zwischen ihnen, zieht Moya sich zurück. Schließlich hat Luke eine Freundin!
Am Ende müssen aber alle einsehen: Liebe ist was sie ist. Sie lässt sich nicht erklären, nicht vorausberechnen und nicht künstlich erzeugen. Die Liebe existiert aber definitiv, denn man kann sie fühlen. Es garantiert nur keiner, dass sie erwidert wird oder dass sie für ewig hält.
Obwohl das Ergebnis der Geschichte nicht allzu sehr überrascht, ist es trotzdem schön, in diesem Buch die zynische Moya bei der Entdeckung der Liebe zu begleiten. Eingeflochten sind verschiedene wissenschaftliche Theorien über die Liebe, ein Blick hinter die Kulissen nicht nur von Forschungsprojekten, sondern auch von Casting-Shows, und die meisten Personen sind sympathisch und zaubern der Leserin ein Lächeln aufs Gesicht. So viele nette Menschen auf einem Haufen! Die einzelnen Ekelpakete fungieren hier als Kitt, der die Netten nur noch mehr zusammenschweißt. Ein schönes Buch!
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