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Die Stadt der träumenden Bücher (Walter Moers)
21.12.2018, 16:59
Beitrag: #1
Die Stadt der träumenden Bücher (Walter Moers)
„Die Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers folgt dem plumpen Abenteuerplot schlechter Groschenromane: Der Held stolpert von einer Falle in die nächste und kommt da irgendwie heraus, nicht immer durch eigene Leistung. Genau genommen fast nie. Mythenmetz ist ein Antiheld wie er im Buche steht: unsportlich, feige, schwer von Begriff und dämlich. Trotzdem macht dieses Buch schrecklich Spaß. In wilder Folge purzeln hier alberne Einfälle übereinander. Ein Autor auf der Suche nach einem unsinnigen Buchtitel oder bekloppten Künstlernamen wird hier garantiert fündig. „Wie man ein Huhn kämmt“ oder „400 Froschrezepte“ sind zwei Beispiele. Buchheim ist die Stadt, in der sich alles um Bücher dreht. Es gibt hier sogar Analphabetenbücher, damit garantiert keiner leer ausgeht. Bücherduelle und Lesungen werden ausgetragen, die Bücher fliegen tief. Aber auch bezüglich anderer Künste hat der Ort einiges zu bieten. Hier spielt ein Orchester die berühmte Mummenstädter Augenarztmusik: Gruselmusik und ein optometrisches Rondo. Diese Melodien haben es in sich, denn anschließend wollen alle Hörer des Konzerts nur noch eines: Bücher kaufen, egal über welches Thema. Wir erfahren auch, wie die Verlagsbranche funktioniert. Der Agent sagt: „Was ich brauche, sind erfolgreiche Nichtskönner.“ Was nutzt es ihm auch, wenn ein Autor erst im nächsten Jahrhundert erfolgreich ist? „Da bin auch ich tot!“ Richtig zur Sache geht es aber erst, nachdem wir mit Mythenmetz in das Labyrinth der träumenden Bücher eintauchen. Es beginnt als Kellerarchiv eines Antiquariats, dessen Gänge immer tiefer und tiefer führen, bis man in Gegenden gelangt, wo schon seit Jahrhunderten niemand mehr war. Hier unten verbergen sich die seltenen und wertvollen Werke der „Goldenen Liste“, die von den Bücherjägern gejagt werden. Hier unten treibt auch der Schattenkönig sein schauriges Unwesen. Und die Buchlinge, einäugige Zwerge, die besser sind als ihr Ruf.
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